Ein XXXL-Insektenhaus im Wald

Am Mittwochnachmittag entdeckte ich zufällig dieses XXXL-Insektenhaus auf einem Spaziergang mit Jakob. Wegen des anhaltenden eisigen Windes hatten wir uns für einen bisher unbekannten Wanderweg in einer Talmulde entschieden. Der Hang lag etwas windgeschützt, sodass es fast windstill war und die kalten Temperaturen für meine immer noch verschnupfte Nase besser erträglich waren.

Der Weg ist eigentlich ein Zugang zu einem Hochseilgarten im Wald, doch jetzt in den Wintermonaten ist hier kein Betrieb und der Hochseilgarten allenfalls am Wochenende geöffnet. Plötzlich stand es dann da vor uns. Eine ganze Weile inspizierte ich den Bau, der in einigen Bereichen durchaus sehr gut konstruiert war. Auch die Florfliegenkästen im oberen Bereich mit den roten Lamellen davor gefielen mir sehr gut und sind bestimmt bewohnt.

Allerdings hat der „Bauherr“ auch hier einen allzu häufig vorkommenden Fehler gemacht. Bohrungen sind teilweise ins Stirnholz von Holzstämmen und Ästen gebohrt. Auf dem Foto kann man das daraus entstehende Problem sehr gut erkennen und nachvollziehen. Zunächst scheint alles fein und die Bohrlöcher im Stirnholz werden besiedelt. Doch mit der Zeit bilden sich Risse im Holz. Die Löcher werden dann entweder garnicht mehr angenommen, oder aber es dringt Feuchtigkeit durch die Risse in die Brut ein, sodass diese verschimmelt. In die hier vorhandenen Löcher wird sicherlich keine Solitärbiene mehr einziehen.

Dennoch ein schöner Blickfang das Ganze und den vorbeikommenden Wanderern und Spaziergängern ein schönes Projekt, das wichtige Thema vielleicht ein Stückchen näher zu bringen. Es hat mich sehr gefreut, das große Insektenhaus im Wald gesehen zu haben.

3 Comments on “Ein XXXL-Insektenhaus im Wald

  1. Das ist aber ein guter Hinweis mit der Stirnseite, darauf wäre ich so nicht gekommen. Danke dir dafür. Und Insektenhotels sind was Schönes, und wenn es einfach nur gestapelte Holzstücke sind…

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    • Keine Ursache. Da werden beim Nachbau meistens die Fertig-Insektenhotels aus dem Baumarkt nachgeahmt, die alle immer den gleichen Fehler mit dem Stirnholz aufweisen. Sieht eben nett aus, ist nach zwei, drei Jahren aber meist kontraproduktiv. Eben wegen der Rissbildung. Daher goldene Regel: Immer ins Längsholz bohren.

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  2. Ja, ein tolles Teil. Ich finde es zwar etwas verwunderlich, daß es so gut konstruiert ist und man dann doch sowas eingebaut hat, aber man lernt ja nie aus. Ich hatte mal so Beobachtungsröhrchen im Internet bestellt. Längliche Holzklötze mit einem Glaseinsatz. Zum Glück ist nie eine Biene eingezogen, denn erst später habe ich erfahren, daß es in diesen Glasröhren zur Schimmelbildung kommen kann. Inzwischen ist eins der Röhren rausgefallen und kaputt gegangen – und sofort wurde der Holzklotz bezogen 🙂 Ende gut, alles gut. Und die zweite Röhre habe ich gleich mal entsorgt 🙂

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