Totholz

Def. Duden: totes, abgestorbenes, verrottendes Holz

Auf den ersten Eindruck scheint Totholz nutzlos, wertlos und überflüssig. So wie dieser alte Baum, der wohl bei einer der letzten Stürme nicht mehr standhielt und am Wurzelansatz einfach abbrach. Nun liegt er dort, am Uferrand, die ehemals prächtige Krone im Wasser.

Gerade in der Forstwirtschaft ist Totholz meist störend. Es liegt den Forstarbeitern gerne im Weg herum, tote Baumstämme versperren ihn oder behindern bei der Arbeit. Daher verschwindet Totholz gerne beim Durchforsten der Wälder gleich mit.

Was für die Forstwirtschaft nutzlos, da nicht verkäuflich, ist für das Ökosystem aber geradezu ein wahrer Schatz. Totholz beheimatet eine unzählige Vielzahl verschiedener Insektenarten. Tote Stämme oder Äste sind in Waldgebieten geradezu Biodiversität-Hotspots, da sich gerade dort viele Insekten einen Unterschlupf bauen, die in gesunden Bäumen keine Chance haben. Und das gilt nicht nur etwa für Schädlinge, wie manchmal missverständlich behauptet wird. Auch viele Nützlinge halten dort Einzug.

Der Begriff „Totholz“ ist somit irreführend. Vor kurzem habe ich das Buch „Der Wald“ von Peter Wohlleben gelesen. Dort werden die Zusammenhänge sehr gut erklärt. Dass Totholz vielleicht einen verstorbenen Baum oder Gehölz beschreibt, die Natur aber durchaus noch sinnvolle Verwertungsmethoden auch für diese Art von Holz kennt.

4 Comments on “Totholz

  1. Tolles Foto ! Ja, das ist ein riesiger Lebensraum für unzählige Insektenarten. Wird das Totholz weggeräumt, verschwinden auch diese Insekten. Ich glaube, auf einer Eiche können über 1000 Arten einen Lebensraum finden. Wenn ein Baum stirbt sind es wahrscheinlich nicht wenige, die diesen Lebensraum dann übernehmen. Schließlich leben auch viele Vögel von diesen Insekten. Mehr als schade, wenn das in der modernen Forstwirtschaft nicht berücksichtig wird. Eigentlich fatal. Forstwirtschaft gegen die Natur….Danke für den wichtigen Beitrag !

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  2. Du sprichst es an! Auch Vögel finden dann Nahrung auf und in diesem Totholz. Und wenn das Totholz nicht mehr da ist findet auch der Vögel weniger. In der Natur greift ein Rädchen ins andere. Oder anders ausgedrückt: In der Natur ist nichts umsonst. Nur sind wir Menschen Weltmeister darin, diese natürlichen Vorgänge zu manipulieren. Nur wissen wir oft nicht, was wir damit anstellen…

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