Alarm am Gartenzaun

Da staunte ich nicht schlecht, als ich heute Vormittag einen Blick aus dem Fenster hinaus in Richtung Vogelfutter-Häuschen geworfen hatte. Beinahe wäre mir vor Schreck die Kaffeetasse aus der Hand gefallen. Auf der kleinen Mauer zu Nachbars Garten hatte es sich ein Mäusebussard Greifvogel gemütlich gemacht, der in aller Seelenruhe seine Beute rupfte und es sich schmecken ließ. Es waren etwa halb zehn. Normalerweise herrscht um diese Uhrzeit reger Betrieb am Futterhäuschen, doch die Vögel hatten es wohl eher vorgezogen, dem Räuber aus sicherer Entfernung zuzusehen und besser nicht in seine Nähe zu geraten.

Ich war zunächst nicht sicher, ob es sich um einen Mäusebussard handelt, und ob er da eine der zahlreichen kleinen Mäuse gefangen hatte, die man hin und wieder in den Gärten herumlaufen sieht, war auch nicht klar. Die Distanz von meinem Beobachtungsort aus war doch recht groß, und da ich das Teleobjektiv erst Anfang nächster Woche bekomme blieb mir nichts Anderes übrig als das Schauspiel mit dem 45mm Objektiv festzuhalten.

Kein leichtes Unterfangen, denn die Spiegelungen in der Fensterscheibe taten ihr übriges dazu, dass die Kamera so ihre Probleme beim fokussieren hatte.

Nach einem kurzen Vergleich im www dann aber die Gewissheit war ich mir dann sicher: Es ist tatsächlich ein Mäusebussard. Nur hatte er keine Maus gefangen. Die zahlreichen roten Federn ließen darauf schließen, dass er ein Rotkehlchen geschlagen hat, dass sich vermutlich an der Futterbar im Garten den Bauch vollschlagen wollte?

Eines besseren wurde ich jedoch am Sonntagmittag von Bloggerin Sabine von dagehtwas.org -> belehrt. Danke an Sabine für den Hinweis. Bei dem Greifvogel handelte es sich nämlich nicht wie ursprünglich von mir angenommen um einen Mäusebussard, sondern um einen Sperber ->. Die charakteristische Brustzeichnung und die doch etwas geringere Größe als beim Mäusebussard ließen darauf schließen.   Wieder was gelernt. Prima! 👍

Der Mäusebussard Sperber blieb noch eine ganze Weile im Holunderbusch sitzen, der direkt neben der Mauer steht, ehe er am Mittag seinen Platz verließ. Seltsam war jedoch, das ich den ganzen Nachmittag keine Vögel mehr im Garten gesehen habe. Vielleicht waren sie durch die Anwesenheit des Mäusebussard Sperbers so verunsichert, dass Sie unseren Garten als Anlaufstelle heute gemieden haben? Insofern könnte ich auch schlecht meine „Zählstunde“ für die Stunde der Wintervögel-> abhalten, da die Sichtungen wohl gegen null gegangen wären, was für unseren Garten dann auch eher untypisch ist.

So zähle ich morgen früh. Vielleicht wieder mit unerwartetem Besuch auf der Gartenmauer?<<<<
gt;

21 Comments on “Alarm am Gartenzaun

  1. Vielleicht war es Blut an den Federn ? Auf der anderen Seite, nicht alle Federn sind bunt. Wer weiß, wo die roten abgeblieben sind…Hier auf dem Balkon hat es mal eine junge Meise erwischt. Ich fand die Federn im Balkonkasten oder jedenfalls einen Teil davon. Danach waren die Elternmeisen mit den Nerven am Ende. Total vorsichtig und hektisch und ständig am Gucken, ob ein Feind naht. Richtig überdreht. Dann war das für die anderen Vögel im Garten heute wahrscheinlich erst mal Tabuzone nach dem Erlebnis. Viel Glück beim Zählen morgen !

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    • Bin auch sehr gespannt ob sich der „Betrieb“ morgen wieder normalisiert hat? Blut wäre natürlich auch möglich? Um das Rotkehlchen wärs schon sehr schade. Wenn wir richtig liegen flog in letzter Zeit nämlich nur eines bei uns durch die Gärten – das wäre dann jetzt wech…. Vielleicht sind wir morgen Mittag schon schlauer? 👍

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      • Mit Sicherheit, einfach mal durchzählen 😉 Kleiner Scherz. Für uns ist es traurig, aber in der Natur läuft es tagtäglich so. Wir alle kommen und gehen. Aber gehen sehen will man in der Regel niemanden…naja, oft suchen sich die Raubtiere die schwachen Vögel aus. Auch nur ein schwacher Trost…

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  2. Hallo 🙂
    Über dein Kommentar bei naturaufdembalkon hab ich deinen Blog entdeckt. Tolle Beobachtung!
    Bei dem „Mäusebussard“ würde ich eher auf Sperber tippen. Die durchgängige Streifung an der Brust spricht dafür. Sperber jagen Vögel, und auch immer wieder in Gärten und Siedlungen; das würde auch passen. Der Mäusebussard jagt v. a. auf offenem Feld. Schau mal hier: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/vogelportraets/14398.html
    Letzten Winter ging auch in unserem Garten ein Sperber regelmäßig auf Jagd. Einmal war dann unter meinem Vogelhäuschen ein Blutfleck im Schnee, und tagelang ließ sich kein einziger Vogel blicken. Erst so nach und nach trauten sie sich wieder ans Futterhäuschen.
    Herzliche Grüße! 🙂

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    • Hallo und vielen Dank für den Hinweis. Ja, es scheint tatsächlich ein Sperber gewesen zu sein. Den Sperber hatte ich garnicht „auf dem Schirm“ und ich wusste auch überhaupt nicht, dass er dem Mäusebussard so ähnlich sieht. Nicht nur die Brustgefieder-Zeichnung, letztlich auch die Größe des Greifvogels lassen wohl eher auf einen Sperber schließen. 👍 Beitrag bereits angepasst. 😊

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      • Ja, den muß man mal sozusagen live erlebt haben, damit man ihn auf den Schirm bekommt. 🙂 freut mich, dass das mit dem Sperber tatsächlich paßt! Da haste wirklich eine tolle Beobachtung machen können! Guten Wochenstart!

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  3. Bei uns gibt es zwar viele Greifvögel, aber an den Futterstellen hab ich noch keine bemerkt. Wir haben auch einen guten Blick in die Hecken und ringsherum in die Bäume. Es gibt mehrere Eichelhäher, die ich schon beobachtet habe wie sie dem Buntspecht die Erdnüsse abjagen.
    Ich habe bei der Wintervögelzählung schon mitgemacht. Das war richtig anstrengend!
    Durch die großen Fenster und die riesige Hecke in der die Vögel warten,
    ist es eigentlich gar nicht möglich sie alle zu erfassen, die man im Blickfeld hat.
    Dir viel Erfolg beim Zählen morgen.
    LG Marina

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    • Eichelhäher, Buntspechte und Stare sind bei uns eigentlich so gut wie nicht auszumachen. Zu städtisch unsere Wohnlage. Aber auch so war meine „Zählstunde“ heute leider ein Reinfall. Gerade mal 5 Vögel habe ich ausgemacht. Seit ein paar Tagen ist der Garten und die Futterstellen wie verwaist. Ob es mit dem Sperber zu tun hat?

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      • Das kann schon sein. Schade aber so ist die Natur. Bei uns gibt es auch Sperber. Ich passe natürlich auch nicht den ganzen Tag auf, ob diese Jäger bei uns zuschlagen.
        Eichelhäher haben wir massig. An manchen Tagen veranstalten sie so ein Geschrei.
        Meine Zählung war enorm, wobei ein paar Vogelarten heute in der Stunde nicht vorbeischauten.

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  4. Wow, ein Raubvogel so nah und im eigenen Garten ist schon was besonderes.
    Bei mir war es die letzten Tage auch sehr ruhig an der Futterstelle. Ich habe Nachbars freche Katze in Verdacht, sie streicht seit Tagen ums Futterhaus.
    Herzliche Grüße
    Mara

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  5. Es ist nicht so selten ,das Raubvögel ,wie hier der Sperber an Futterstellen vorbei schauen . Denn hier haben sie leichtes Spiel ,treffen sie doch häufig auf größere Ansammlungen von Singvögel die zu ihrer Beute gehören .

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    • Auf jeden Fall war es sehr interessant anzuschauen. So ist halt eben die Natur. Frage mich nur ob es tatsächlich an dem Sperber liegt, das seit Samstag der Garten wie verwaist ist? Es tut sich zur Zeit nichts am Futterhäuschen…

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      • Davon kannst Du ausgehen. Und es kann sogar möglich sein, dass dieser Sperber jetzt für diesen Winter „Dauergast“ wird. Hat er hier doch ein leichtes Spiel Beute zu schlagen.

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      • Bisher hat er sich nicht wieder blicken lassen, ebenso wenig wie die Singvögel an unserer „Futterbar“. Ich bin gespannt wie es weitergeht. Vielleicht bleiben wir auf dem Winterfutter sitzen? 😕

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  6. So einen Besucher hatten wir (zum Glück der Singvögel) noch nie im Garten. Bei uns werden sie immer von den Saatkrähen und Elstern vertrieben, die gern mal ganze Meisenknödel mitgehen lassen … 😀 Aber auf jeden Fall eine spannende Beobachtung, die du da gemacht hast!

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    • Doe Saatkrähen sind seit letztem Jahr irgendwie bei uns verschwunden und halten sich mehr am einige km entfernten Wildpark auf. Elstern haben wir auch, aber die stehen weniger auf das Vogelfutter im Garten

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  7. Ja, ein schöner Sperber. Rein theoretisch kann es auch ein Habicht-Männchen sein. Sperber (w) und Habicht (m) sind schwer zu unterscheiden und fast gleich groß. Habicht würde das verschwinden der Saatkrähen erklären. Der ist nämlich durchaus in der Lage, eine Krähe zu schlagen.

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